| Berliner Stille Wallstein Verlag, Göttingen 2006 Auf der Suche nach seinem Land wird ein Westdeutscher beim Mauerfall fündig und weint so überrascht wie glücklich. Nun kann er, sagt er, eigentlich gehen. Ein südamerikanischer Priester studiert im römischen Kloster ausgerechnet Kanonisches Recht, bevor er bei der ersten Gelegenheit mit ausgestreckter Zunge und Patschhand über seinen Gast herfällt. Ein tablettenabhängiger Arzt geht in ein Armenviertel in Chile und wird bei einem Überfall fast getötet, bevor seine Jagd auf den Ersatz der gestohlenen Medikamente losgeht: „Sie müßten tot sein,“ sagt der Vertrauensarzt der Botschaft angesichts der täglichen Dosis. Ein Ägypter liebt eine deutsche Frau und läßt sie von seiner Familie im Namen dieser Liebe - oder doch nur der Ehre? - tödlich beleidigen. Ein durch seine erste große Liebe zum Mann werdender Junge möchte der Verehrten sogleich Stärke beweisen und verliert sie dadurch. Eine sehr anlehnungsbedürftige, verletzbare junge Frau findet einen gütigen Gastgeber für die Nacht und beginnt augenblicklich mit ihm zu spielen, bis es ihm zu bunt wird. Einem türkischen Imbißbesitzer ist nicht Kreuzberg geheuer sondern sein trauerkranker Gast: Täglich reden sie über Fußball. Ein in der DDR zu kurz Gekommener reist nach einem halben Leben als Ubahnzugführer nach New York, wo er Hochhäuser als Tunnel empfindet. Sein entscheidungsfreudiger Exschwager erlebt mit einer alten Schulfreundin die Liebe völlig überraschend als erlösenden Akt, zufällig in einem Altenheim. Rezension Frankfurter Rundschau lesen Rezension die tageszeitung lesen Buchtipp Brigitte Woman lesen |
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| Liebe im Charivari Das Münchner Kneipenbuch Nie sagte jemand, er gehe noch ins Charivari. Höchstens fragte einer: Gehen wir noch rüber? Und dann war die Antwort ablehnend. Man ging ja nicht absichtlich hinein, aus freiem Willen oder bewusst. |
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| Essen Titelkampf, Anthologie, Hg. Ralf Bönt, Albert Ostermaier, Mortz Rinke. Suhrkamp 2008 Wenn du herein kommst, ist der Fernseher über deinem Kopf, und du kommst direkt von der Kreuzung, wo es passiert ist: Eine Hauptstraße, Ecke Seitenstraße, mit Ampel, und der Lastwagen soll grün gehabt haben, aber das konnte nie geklärt werden. Eine Ecke wie die gibt es Tausende in einer Großstadt, oder es gäbe Tausende und wieviel Tausend eigentlich, wäre nicht der Eingang zum Imbiß um fünfundvierzig Grad gegen beide Straßen gedreht, aber vielleicht gibt es auch solch abgeschrägte Hausecken an Straßenecken Tausende oder Zigtausende. Du kommst also direkt von der Kreuzung, gehst unter dem Fernseher durch und gleich verdrehst du dir den Hals, weil deine Augen natürlich Cem suchen, der irgendwo hinter dem längs durch den ganzen Raum verlaufenden Tresen sein muß, aber die laufenden Bilder behaupten sich auch ungesehen, durch unterlegten Ton, und du mußt erst mal hinkucken: heute Fußball. Heute guter, türkischer Fußball, du starrst eine Minute: athletisch ist er und technisch, gut. |
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| Ein Ort, eine Zeit, ein Bericht. Transparencies, Katalog zur Ausstellung der Arbeiten von Nicola Stäglich in der Galerie Wittenbrink, bruno dorn verlag, Berlin 2005 2. Januar. Silvester in Berlin auf dem Dach gefeiert, wie immer fröhliches Frösteln zwischen Fremden. Neujahr bin ich los, nachmittags, 16 Uhr. Hotel ausgerechnet in Wörgl. Heute dann Mittagessen in Brixen, noch nie war ich da im Winter. Später aus den Alpen und der Jahreszeit raus, an Florenz vorbei wie an einem anderen Leben, schließlich an Rom vorbei, dann das beschriebene Schild, Neapel 180 km. Kurz drauf die beschriebene Abfahrt in ein neues Leben. Der Ort liegt auf 650 Metern, und über ihm thront die Casa Baldi, auf einem zweiten Hügel liegt eine Burgruine. Niemand war da, ich musste zurück zum Busbahnhof, hinten um dem Hügel herum und durch einen Tunnel, telefonieren. Keine Zelle funktionierte, auch 2004 ist Italien sich noch treu. |
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| Das weiße Herz |
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Namenlose
Das Magazin, Heft 9, Berlin 2003 An einem Wintersonntag kurz vor zwei Uhr nachts sprach sie ihn auf der Straße vor seiner Wohnung an. Er hatte wie immer seine zwei Biere getrunken und auf die Sperrstunde gewartet, die auch im ‚Türkenhof’ Routine, wenn nicht ein Ritual war: An einem der Tische, die um die übergroße, dreischenklige Theke herum Platz hatten, traf er sich täglich zwischen Mitternacht und halb eins mit den Freunden, redete über Politik und manchmal, wie an dem Sonntag mit Charlie, auch über Frauen. Als Männerbierrunde blieben sie sitzen, bis gegen halb zwei alle anderen Stühle schon auf den Tischen standen, die Kasse den Tag zusammengerattert hatte und die Bedienungen ihren aggressiven Ton anschlugen, der ihnen so wenig ausmachte wie uns vieren oder fünfen am Tisch. |
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| Dialogisch Manhattan Signale aus der Bleecker Street, hg. von Bernd Hüppauf Wallstein Verlag, Göttingen 2003 New York ist für Täter gemacht, nicht für Opfer: Das hatte ihm eine Freundin in Berlin zwei Wochen bevor er abflog gesagt. Sie konnte ihr Gegenüber mit einem Auge ruhig ansehen und gleichzeitig das andere um alle möglichen Achsen drehen, um damit den ganzen Raum zu kontrollieren. So sah es zumindestens aus und jedenfalls hat sie das gemacht, wenn sie blau war und es wurde ihm nur vom Zusehen schon schwindlig. |
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| Die Angst des Künstlers vor dem Tag Rituale des Alltags, hg. von Silvia Bovenschen und Jörg Bong |
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| Frühsommerpollenstadtsport Frankfurter Allgemeine Zeitung, Berliner Seiten, 2001 Wie die Zecke auf Getier unter ihrem Baum, so wartet der Städter am Fenster seiner Wohnung auf den ersten ernsthaft warmen Tag des Jahres. Konzentriert, einsam und reglos hockt der Städter hinter der Scheibe, an der die Graupelschauer enden, um im Moment, in dem der Himmel aufreißt und das Thermometer eine Zwanzig vor das Komma schreibt, in die Straßen zu stürzen. Wo seit Monaten nur Hunde und Briefträger waren, sieht man jetzt den Städter flanieren, er sitzt in hundert Cafés. Die Seele des Städters im Freien ist entspannt wie der Blutdruck des Alkoholikers beim ersten Schluck Rotwein des Tages. Das Zittern lässt endlich nach. |
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Webcams
Berlin im Licht, Tägliche Kolumne der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 19992002, hg. von Stefanie Flamm und Iris Hanika, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2002 |
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Yvonnes Einsicht Kapitel des Kollektivromans „Die Untersuchung“ über Helmut Kohl die tageszeitung, 2000 |
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Sorry
Die Aussenseite des Elementes, |
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Berlin, Weltortschaften?
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1999 |
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| Russischer Rap Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1999 |
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| Geister, Geld und Generationen Der Alltag 76, Klassenkampf, |
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| Der Deal Trash Piloten, herausgegeben von Heiner Link , Reclam Verlag, Leipzig 1997 |
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Das Dorf
neue deutsche literatur, 4/1996 Gegenüber von unserem Hof, direkt an der Dorfstraße, wohnten die Viehzüchter, unter ihnen Koch. Seine Ställe grenzten an die Ställe seines Nachbarn Huber. Eines Nachts drang Koch in Hubers Stall und Haus ein, verriegelte die Türen von innen und erklärte alles zu seinem Eigentum. Das Gezeter Hubers, der zu seinem nächsten Nachbarn Meier gelaufen war, schallte bis zu unserem Hof herüber. |
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| Der Bulle, der Richter und ich. Der Alltag 68, Der Übermut der Ämter, |
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